Vorbereitung

Für die Durchführung digitaler Workshops werden ein Videokonferenz-Tool und ein digitales Whiteboard benötigt.

Tools
Synchrone Kommunikation
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Tools
Digitale Whiteboards
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Aufbau Brainwriting Board

Im digitalen Whiteboard werden die Brainwriting Boards für jeden Teilnehmer vor dem Workshop vorbereitet.

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Methodik - 635 Methode

Die 635 Methode ist eine bekannte Kreativitätstechnik, um schnell viele präzise Ideen zu generieren.

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Durchführung der Methode

Zur Durchführung der Methode werden 6 Teilnehmer benötigt. Bei abweichender Teilnehmerzahl kann die Methode auch mit mindestens 4 oder maximal 8 Teilnehmern durchgeführt werden. Das Brainwriting Board pro Teilnehmer wird in 6 Spalten und 3 Zeilen eingeteilt. Jeder Teilnehmer beginnt damit, 3 Eingangsideen zu generieren. Das Board mit den 3 Ideen wird an den nächsten Teilnehmer weitergereicht, der diese Ideen aufgreift und weiterentwickelt. Pro Runde stehen den Teilnehmern 5 Minuten zu Verfügung. Diese Rotation wird 5 Mal wiederholt, bis jeder Teilnehmer wieder sein eigenes Board vor sich hat. Durch diese Form der kollaborativen Ideenfindung können innerhalb von 30-40 Minuten ca. 108 Ideen generiert werden.

6 Phasen für erfolgreiche Workshops

Ein strukturierter Ablauf, der die Phasen des divergenten und konvergenten Denkens miteinander verknüpft, kann auch in digitalen Szenarien erfolgreich angewandt werden.

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Phase 1

Einführung

Die 1. Phase dient der Einführung. Die Teilnehmer werden begrüßt und aktiviert. Dann folgt eine Erklärung des Ablaufs, der Methodik und der Zielsetzung.

Einführung
Beschreibung

Die Einführung setzt den Ton für den gesamten Workshop und bestimmt wie gut die Teilnehmer später innovative Ideen generieren können. Bereits hier sollte auf eine lockere Atmosphäre Wert gelegt werden, die für die Kreativität förderlich sein kann. Neben dem Ablauf und der Erklärung der Methodik erhalten die Teilnehmer alle nötigen Informationen für den restlichen Workshop.

Einführung
Rolle des Moderators

Der Moderator begrüßt die Teilnehmer und führt diese durch den Ablauf. Er kommuniziert Schritt für Schritt, was die Teilnehmer tun sollen (z.B. wann diese in das digitale Whiteboard wechseln sollen). Er vermittelt den Teilnehmern Sicherheit im Umgang mit dem Tool.


Folgende Dinge sind sicherzustellen: Kameras und Mikrofone einschalten, Screensharing an

Einführung

Ablauf

In der ersten Phase starten alle Teilnehmer gemeinsam in Zoom oder dem gewählten Videonkonferenz-Tool. Der Moderator begrüßt die Teilnehmer. Kennen die Teilnehmer sich untereinander nicht oder wenn die Arbeitsatmosphäre positiv geprägt werden soll bietet sich eine spielerische Aktivierung an. Das Team wechselt dann in das digitale Whiteboard, wo der Moderator den Ablauf des Brainwriting Workshops, die Methodik und Design Challenge erklärt.

Interaktionselement

Spielerische Aktivierung

Um kreatives Denken im weiteren Verlauf zu ermöglichen sollte bereits in der ersten Phase eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Dafür bietet sich eine Aktivierung in Form eines Quiz oder Spiels an.

ZWECK
Die Teilnehmer werden aus ihrer Unterhaltungshaltung herausgeholt und können einander kennenlernen. Eine spielerische Aktivierung schafft eine lockere Atmosphäre und ist besonders geeignet für Teams, die sich untereinander nicht kennen.

MODERATOR
Der Moderator leitet die Aktivierung an und koordiniert die Durchführung.

Phase 2

Brainwriting

In der zweiten Phase generieren die Teilnehmer anhand einer Kreativitätstechnik Ideen. Hier kommt das vorbereitete Whiteboard zum Einsatz.

Brainwriting
Beschreibung

Die Phase der Ideengenerierung ist von einem hohen Maß an Kreativität und Interaktivität geprägt. Damit die Teilnehmer sich voll auf die Ideengenerierung konzentrieren können und nicht zu sehr mit der Handhabung des Tools beschäftigt sind zahlt sich eine gute Vorbereitung des Whiteboards aus.

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Rolle des Moderators

In dieser Phase tritt der Moderator vor allem als Koordinator auf, der die Abläufe reguliert und auf eine richtige Ausführung der Methodik achtet. Zudem übernimmt er technische Aspekte wie das Einstellen eines Countdowns.

Brainwriting

Ablauf

Die Phase des Brainwritings startet mit der ersten Runde der Ideengenerierung. Die Teilnehmer beschriften die erste Spalte an Post It's auf ihrem eigenen Board. Sollen Verständnisprobleme minimiert werden bietet sich nach der ersten Runde eine Rapid Fire Runde an. Die Teilnehmer geben dann ihr Board an die nächste Person weiter und erhalten das Board einer anderen Person. Dort bauen sie auf den bereits vorhandenen Ideen auf. Dieser Vorgang wird in der 2. - 6. Runde wiederholt.

Interaktionselement

Rapid Fire Runde

Die Rapid Fire Runde findet nach der ersten Brainwriting Runde statt. Jeder Teilnehmer bekommt 30 Sekunden Zeit seine Eingansidee kurz vorzustellen.

ZWECK
Der iterative Ideenaufbau kann nur gelingen, wenn die Teilnehmer die Ideen ihres Vorgängers verstehen und aufgreifen können. Die schriftliche Einzelarbeit der Teilnehmer kann zudem leicht eine anonyme Atmosphäre erzeugen. Die Teilnehmer bekommen durch die Rapid Fire Runde die Möglichkeit sich in an einem kurzen Austausch zu beteiligen und so aus der Anonymität auszubrechen. Zeitgleich können durch die Vorstellung der Ideen Verständnisprobleme minimiert werden.

MODERATOR
Der Moderator benennt die Teilnehmer in einer gewählten Reihenfolge, stellt den Countdown ein und koordiniert die Durchführung.

Phase 3

Ideenauswahl

In dieser Phase werden die Ideen durch die Teilnehmer selektiert und durch den Moderator in Clustern zusammengefasst.

Ideenauswahl
Beschreibung

Die generierten Ideen werden in dieser Phase selektiert. Dafür gehen die Teilnehmer die hinzugekommenen Ideen auf ihrem eigenen Board durch und verschieben die besten 3 Ideen in das TOP 3 Feld auf dem Brainwriting Board. Durch das TOP 3 Feld müssen die Teilnehmer ihre Post It's nicht in einen anderen Bereich des digitalen Whiteboards verschieben.

Ideenauswahl
Rolle des Moderators

In der Phase der Ideenauswahl übernimmt der Moderator das Verschieben und Clustern der Post It‘s. Die durch die Teilnehmer selektierten Post It's verschiebt er in das Clustering Feld und fasst die Ideen zu thematisch ähnlichen Clustern zusammen. Im digitalen Setting ist es einfacher für den Moderator den Überblick zu behalten, da er die Boards aller Teilnehmer gleichzeitig sehen kann.

Ideenauswahl

Ablauf

Die dritte Phase beginnt mit der Ideenselektion und dann dem Clustering der Ideen.

Phase 4

Diskussion

Die Phase der Diskussion dient dazu sich über die Ideen auszutauschen. Dabei können die Ideencluster zu einer realistischen End Idee weiter zugespitzt werden.

Diskussion
Beschreibung

Der verbale Austausch unter den Teilnehmern dient dazu die generierten Ideen zu besprechen und gezielt zuzuspitzen. Im digitalen Format hängt die Beteiligung an der Diskussion stark davon ab, ob die Teilnehmer einander sehen können, eine angenehme Atmosphäre herrscht in der sie sich frei äußern können und auch eine kleine Gruppengröße vorhanden ist. Können nonverbale Hinweise, wie Gestik und Mimik nicht übertragen werden, wird ein Sprecherwechsel erschwert. Generell sind die Hierachien in digitalen Settings deutlich flacher, was es für die Teilnehmer einfacher macht sich zu beteiligen.

Diskussion
Rolle des Moderators

Bei der Diskussion gilt der Moderator als Kommunikationspartner auf Augenhöhe. Er eröffnet die Diskussion und wirft bei Bedarf weitere Fragen ein. Ziel ist es, dass die Diskussion eine Eigendynamik erreicht. Da in der Diskussion weniger spontane Beiträge erfolgen, müssen wichtige Informationen konkret durch den Moderator erfragt werden. Dazu sollte ein Fragenkatalog vorab vorbereitet werden. Können die Teilnehmer einander nicht sehen überbrückt der Moderator die fehlenden nonverbalen Hinweise, die für einen Sprecherwechsel nötig wären mit verbalen Aufforderungen.

Diskussion

Ablauf

Zu Beginn der Diskussion kann eine Vorab-Diskussion in 2-er Gruppen durchgeführt werden. Nach den Break Out Sessions beginnt die Diskussion in großer Runde anhand der durch den Moderator gestellten Frage. Der Sprecherwechsel wird durch das Round Robin Verfahren vereinfacht, wenn Teilnehmer einander nicht sehen können. Es folgen weitere Fragen oder vertiefende Fragen durch den Moderator.

Interaktionselement

2-er Break Outs

Vor Beginn der eigentlichen Diskussion werden je 2 Teilnehmer einem Break Out Room zugeteilt. Dort führen sie in kleiner Runde eine Vorab-Diskussion über die generierten Ideen anhand einer konkreten Frage.

ZWECK
Eine Vorab-Diskussion in 2-er Break Outs hilft den Teilnehmern ihre Gedanken zunächst in kleiner Runde zu diskutieren und ihre Scheu vor Äußerungen in der großen Runde zu verlieren. Der soziale Zusammenhalt wird gestärkt und eine werthaltigere Diskussion kann geführt werden.

MODERATOR
Der Moderator gibt den 2-er Teams eine konkrete Fragestellung für die Vorab-Diskussion mit und startet die Break Out Rooms.

Interaktionselement

Round Robin

Der Moderator bennent eine erste Person für einen Diskussionsbeitrag. Dieser kann einen Beitrag leisten oder das Wort an die nächste Person weitergeben. Das Wort wird so lange im Kreis herumgereicht bis es keine Beiträge mehr gibt.

ZWECK
Können Teilnehmer einander nicht sehen oder einige Teilnehmer ziehen sich aus der Diskussion zurück kann das Round Robin Verfahren helfen. Zu Beginn einer Diskussion kann ein koordinierter Sprecherwechsel mit geringen Pausenzeiten erreicht werden. Alle Teilnehmer werden beteiligt. Nach 1 - 2 Runden kann die Struktur gelockert werden, um mehr Raum für Spontaneität zu bieten.

MODERATOR
Der Moderator benennt die erste Person und steht als Kommunikationspartner auf Augenhöhe zur Verfügung.

Phase 5

Ideenbewertung

In der fünften Phase werden die Ideencluster anhand des Dot Votings bewertet. Das Team einigt sich dann auf eine End Idee.

Ideenbewertung
Beschreibung

Die meisten digitalen Whiteboards enthalten eine Voting Funktion, die die Abstimmung erleichtert. Die Teilnehmer stimmen verdeckt ab. Im digitalen Setting können die Teilnehmer nicht von den Stimmen anderer beeinflusst werden, da sie diese erst nach Ende der Voting Phase sehen.

Ideenbewertung
Rolle des Moderators

Der Moderator leitet in dieser Phase das Dot Voting an und sorgt dafür, dass die Funktionalitäten für die Teilnehmer bereitstehen. Zusätzlich werden Kriterien für die Bewertung erläutert, um gleiche Ausgangsbedingungen für alle zu schaffen.

Ideenbewertung

Ablauf

Der Moderator leitet das Dot Voting an und teilt den Teilnehmern ihre Stimmen zu. Sind die Stimmen verteilt beginnt die Abstimmung. Nach Ende der Abstimmung einigt sich das Team auf eine End Idee, die eine hohe Anzahl an Stimmen erhalten hat.

Phase 6

Abschluss

Die letzte Phase dient dem Abschluss. Den Teilnehmern wird gedankt und diese werden verabschiedet.

Abschluss
Beschreibung

Die Teilnehmer wechseln zurück in das gewählte Videokonferenz-Tool, wo der Workshop beendet wird. Durch das digitale Setup können die Boards leicht exportiert und verschickt werden, was die sonst so zeitintensive Nachbereitung deutlich erleichtert.

Abschluss
Rolle des Moderators

Ein gelungener Abschluss eines Workshops ist genauso wichtig wie der Start. Der Abschluss wird durch den Moderator vollzogen, der den Workshop beendet und den Teilnehmern dankt.

Abschluss

Ablauf

Der Moderator beendet den Workshop mit Dank und der Verabschiedung.

Ergebnisse der Master Thesis

Hier findest du die wissenschaftliche Zusammenfassung meiner Erkentnisse.

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Tipps & Hacks

Weitere Tipps für die erfolgreiche digitale Durchführung von Kreativitäts-Workshops.

Oberflächengestaltung

Die Brainwriting Boards sollten horizontal ausgerichtet und miteinander verknüpft sein. Post It's können bereits vorbereitet werden. Die Design Challenge und der Countdown sollten stets sichtbar sein.

Gruppengröße & Zeitrahmen

Eine kleine Gruppengröße (4-6 Personen) und ein zeitlich begrenzter Rahmen (maximal 1 Stunde) eignen sich als gutes Format für digitale Workshops.

Struktur

Die allgemeine Struktur beinhaltete eine Kombination aus Einzelarbeit und Gruppenarbeit in schriftlicher und verbaler Form. Diese Kombination hat sich als ein geeignetes Format herausgestellt.

Hardware

Eine Teilnahme von einem Laptop mit externem Bildschirm oder einem PC mit zwei Bildschirmen und einer Maus sind die optimalen Voraussetzungen.

Kommunikation

Im digitalen Setting sind die Hierarchien sehr viel flacher als in einem Präsenz Setting. Dadurch kann ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden der heterachisch verläuft.

Moderation

Durch die zusätzlichen technischen Aspekte sollte im digitalen Setup neben dem Moderator ein Koordinator für die Technik dabei sein.

About Me

HELLO!

Hi, ich bin Frederike.
UX / UI Designerin aus Augsburg.

Dieses Interaktionskonzept entstand im Rahmen meiner Master-Thesis im Fach Interaktive Mediensysteme M.A. an der Hochschule Augsburg zum Thema "Kreative Kollaboration im digitalen Raum".